Eigenblut-Therapie

Die Eigenblut-Therapie – eine uralte Tradition hält Einzug in die Tiermedizin

Hündin Sarah leidet seit Jahren an einem chronischen Hautekzem. Alle bisherigen tierärztlichen Behandlungsversuche brachten zwar eine kurzzeitige Linderung, jedoch keine vollständige Ausheilung. Durch eine Eigenblut-Therapie verbesserte sich das Krankheitsbild zusehends und Sarah fühlt sich heute wieder „pudelwohl“ in ihrer Haut!

Die Eigenblut-Therapie ist heute kaum noch wegzudenken aus der naturheilkundlichen Behandlung in der Human-Praxis. Eine Vielzahl von Erkrankungen lassen sich auf diese Weise erfolgreich und vor allem dauerhaft therapieren – warum also diese Erfahrungswerte nicht auch für unsere vierbeinigen Lieblinge nutzen? Immer mehr Tierheilpraktiker – und bisweilen auch Tierärzte – greifen zu dieser Methode, um vor allem chronische Leiden günstig zu beeinflussen und dem Patienten dabei zu helfen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.


Geschichte und Entwicklung

Bereits in der frühen chinesischen Medizin kannte man die so genannte „Kneifmassage“; hier wurde der Patient so heftig gekniffen, dass kleine Hämatome (Blutergüsse) in der Haut entstanden. Ende des 19. Jahrhunderts bemerkte man, dass bei chirurgischen Eingriffen die Wundheilung wesentlich schneller vonstatten ging, wenn man ein wenig Blut in der Wunde beließ. Man ging sogar dazu über, bei Knochenbrüchen mit einer langen Kanüle Eigenblut zwischen die Bruchenden zu injiziieren. Durch dieses Setzen eines „künstlichen Hämatoms“ löste man eine Entzündungsreaktion aus, die die Heilung beträchtlich beschleunigte. 1951 erschien das berühmte Werk von Dr. H. Haferkamp „Die Eigenblutbehandlung“, welches die bisherigen Erfahrungen wissenschaftlich untermauerte.


Die Wirkung

Kennzeichnend für die Eigenblutbehandlung ist deren reizende sowie umstimmende Wirkung. Bei Katzen und Kaninchen z.B. wird eine geringe Menge Blut aus der Ohrvene, beim Hund aus der Vorderbeinvene entnommen und anschließend unter die Haut (subkutan) oder in den Muskel (intramuskulär) gespritzt. Die nun folgende Reaktion lässt sich am besten mit dem „Vorhalten eines Spiegels“ beschreiben: ein lokal gesetzter Entzündungsreiz, der sich für uns unsichtbar im Gewebe abspielt, mobilisiert das Immunsystem. Die Körperabwehr beschäftigt sich nun ausgiebig damit, den vermeintlichen Fremdkörper zu verarbeiten und erhält durch diese „Neuinfektion“ gleichzeitig „spiegelbildlich“ all die Informationen, die es benötigt, um sich gezielt mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Somit kann insbesondere bei bereits lange bestehenden und festgefahrenen Krankheiten der chronische Prozess in einen akuten Zustand (Umstimmung) zurückgeführt und dann gezielt je nach Krankheitsbild weiterbehandelt werden.


Verschiedene Behandlungsarten

Die Art und Weise der Eigenblut-Therapie kann ganz individuell auf die Bedürfnisse unseres Haustieres abgestimmt werden. Oftmals reicht eine unspezifische Behandlung aus, d.h. Blut wird abgenommen und genauso wieder injiziiert. Zur gezielten Therapie hervorstechender Krankheitsmerkmale versetzt man das Blut mit homöopathischen Mitteln, verschüttelt es und spritzt es dem Patienten anschließend unter die Haut („Auto-Sanguis-Therapie“). Eine weitere Wirkungsverstärkung erhält man mit der „Auto-Sanguis-Stufentherapie“, die – wie der Name schon sagt – in mehreren Schritten verläuft. Das entnommene Blut wird nacheinander mit verschiedenen homöopathischen Mitteln verschüttelt und injiziiert, wobei jeweils ein kleiner Rest in der Spritze verbleibt und mit dem nachfolgenden Mittel vermischt wird. Hier wird also gleichzeitig an verschiedenen Stellen des Organismus ins Krankheitsgeschehen eingegriffen und die inneren Organe, die ursächlich an der Erkrankung beteiligt sind, mitbehandelt. Diese Methode kann ggf. etwas abschreckend wirken, da unser kleiner Freund mehrmals „gepiekt“ werden muß – die Erfolge sprechen jedoch für sich!

Alle genannten Eigenbluttherapie-Formen lassen sich hervorragend mit den Erkenntnissen der Akupunktur verbinden, d.h. die Injektionen erfolgen direkt in die Akupunktur-Punkte, die in Verbindung mit der jeweiligen Erkrankung stehen.


Aufklärung ist wichtig

Sollte eine Eigenblut-Therapie für die Behandlung Ihres Lieblings in Frage kommen, so lassen Sie sich genau über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen informieren, um die perfekt auf das Krankheitsbild Ihres Tieres abgestimmte Therapie-Form zu wählen.

Denn nur eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Therapeut, Tierhalter und Patient kann letztlich zum Heilungserfolg führen!