Tierquälerei – was tun? Wie melde ich einen Tierschutzfall

Leider kommt es immer wieder vor, daß wir Zeuge von Tierquälerei werden oder beobachten, wie Tiere unter schlechten Haltungsbedingungen leiden. Nicht immer verläuft ein Gespräch mit dem Tierhalter positiv. Häufig sind diese Menschen beratungsresistent und das Schicksal ihrer Tiere ist ihnen schlichtweg egal. Wie gehe ich nun vor, um die Situation zu verändern? Der erste Gedanke ist, die Mißstände dem nächsten Tierschutzverein zu melden. Das reicht leider nicht aus, denn Tierschutzvereine besitzen keinerlei amtliche Befugnisse, Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu ahnden.

Laut deutschem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§1). Außerdem ist festgelegt, daß das Tier “seinen Bedürfnissen entsprechend” gepflegt, ernährt und untergebracht sein muß. Unglücklickerweise definiert das Gesetz die genauen Haltungsbedingungen nicht und die Vorschriften zur Tierhaltung könnte man als schwammig bezeichnen: auf jeden Fall lassen sie privaten Haltern und Behörden sehr viel Spielraum. Eine Ausnahme bilden die diversen Verordnungen, die die Haltung von Nutztieren und Hunden regeln.

Wenn man also Zeuge einer tierschutzwidrigen Handlung und/oder Haltung wird, sollte man folgendermaßen vorgehen: es ist wichtig, den Fall möglichst genau zu dokumentieren und detaillierte Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit zu notieren. Auch Fotos und Videos sind hilfreich. Um mehr Beweise zu sammeln, kann die Dokumentation über einen längeren Zeitraum erfolgen – natürlich nur, wenn der Fall es zuläßt. Auch Zeugen, die die Aussagen bestätigen und eigene Eindrücke zu schildern bereit sind sollten wenn möglich hinzugezogen werden.

Ansprechpartner: ist ein Tier akut in Gefahr oder wird gequält, sollte man sich direkt an die Polizei wenden. Das Tierschutzgesetz unterscheidet zwischen Handlungen, die eine Straftat darstellen (§17) und Ordnungswidrigkeiten (§18). Wer ein Tier vorsätzlich “ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt”, macht sich strafbar, ebenso jemand, der ein Tier durch Unterlassung tötet oder quält (z.B. Verhungern/Verdursten des Tieres, fehlende tierärztliche Behandlung etc.). Bei Straftaten droht eine Freiheits- oder Geldstrafe sowie ein Tierhalteverbot. Diverse andere tierquälerische Handlungen werden nach §18 nur als Ordnungswidrigkeit eingestuft, hier ist das Veterinäramt zuständig. Hat man Kontakt zum zuständigen Veterinäramt aufgenommen, ist es evtl. unerläßlich, mehrmals nachzuhaken oder sich an den Vorgesetzen zu wenden, wenn man das Gefühl hat, das Amt bliebe untätig. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen Amtsveterinäre zwar keine näheren Auskünfte geben, doch sollte man zumindest die Information erhalten, ob sich des Falles angenommen wurde.

Bitte werden Sie auf jeden Fall aktiv, sollten Sie Tierquälerei oder Tierelend beobachten. Viele Fälle konnten durch persönliches Engagement zum Guten gewendet werden!

 

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