Kastration beim Hund – Für und Wider

Kastration – ein Thema, mit dem wir uns als Hundebesitzer höchstwahrscheinlich früher oder später einmal auseinandersetzen werden. Im Tierschutz ist die Kastration der Versuch, das Tierelend zahlenmässig einzudämmen. Ausgesetzte und entsorgte Tiere, die ihr Leben als sogenannte Streuner fristen, werden in vielen Ländern vergiftet oder auf andere Art getötet. Somit besteht die Hauptaufgabe der Tierschutzorganisationen neben der Vermittlung von Tieren darin, deren Vermehrung durch gezielte Kastration zu unterbinden.

Haben wir einen Hund vom Tierschutz übernommen, so ist er in den meisten Fällen bereits kastriert und wir müssen uns keine Gedanken mehr über Vor- und Nachteile dieser Operation machen. Kommt jedoch ein Welpe oder ein unkastriertes Tier zu uns ins Haus, so stellt sich die Frage, ob eine Kastration für unseren Hund und auch uns selbst eine Erleichterung darstellen könnte. Recherchiert man zu diesem Thema, so wird man mit den unterschiedlichsten Fakten und Meinungen konfrontiert. Als erstes wäre der “richtige Zeitpunkt” für eine Kastration zu nennen. Im angloamerikanischen Kulturraum ist die sogenannte Frühkastration (vor der ersten Läufigkeit) weit verbreitet.

Man sollte nicht außer Acht lassen, wie wichtig es für das Tier ist, sich physisch und mental entwickeln zu dürfen, und zu dieser Entwicklung gehören die Geschlechtshormone mit all ihren Funktionen und Auswirkungen auf Körper und Psyche. Bei großen Hunderassen dauert diese Entwicklung länger, bei kleineren ist sie früher abgeschlossen. Diese Tatsachen sprechen auf jeden Fall gegen eine Frühkastration. Was genau sind nun die Vor- und Nachteile einer Kastration:

Vorteile bei der Hündin:

  • keine Läufigkeit mehr, d.h. keine Blutung, keine ungewollte Fortpflanzung
  • je nach Zeitpunkt Verhinderung von Mammatumoren
  • Vermeidung von Eierstock-Tumoren und Gebärmutter-Vereiterung (Pyometra)
  • Psyche ist evtl. stabiler, da es keine hormonellen Schwankungen mehr gibt

Nachteile bei der Hündin:

  • evtl. Harninkontinenz / Harnträufeln
  • Fellveränderung, häufig bei langhaarigen Rassen (Baby- oder Wollfell)
  • Fettleibigkeit, wenn die Fütterung nicht dem reduzierten Kalorienbedarf angepaßt wird
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wird vermehr bei kastrierten Tieren festgestellt

Vorteile beim Rüden:

  • keine Hodentumoren
  • Vermeidung von Prostatatumoren, Prostatavergrößerung und Perianaltumoren
  • evtl. Änderung des typischen Rüdenverhaltens wie Streunen, Markieren, sexuell motivierte Aggression etc.)

Nachteile beim Rüden:

  • Harninkontinenz, Fellveränderung, Fettleibigkeit, Schilddrüsenunterfunktion s. Hündin
  • das unerwünschte rüdentypische Verhalten ändert sich nicht unbedingt in dem Maße wie gewünscht

Bisher war man der Meinung, daß die Vorteile ganz klar die Nachteile überwiegen. Inzwischen verdichtet sich jedoch aufgrund zahlreicher Studien, die durchgeführt wurden und noch werden, die Ansicht, daß es so einfach nicht ist. Abgesehen von dem Risiko, das jede Operation mit sich bringt, gibt es klare Hinweise, daß durch Kastration das Entstehen einiger Tumorarten verhindert wird, gleichzeitig steigt jedoch das Risiko sehr deutlich für andere Krebsarten, wie z.B. Osteosarkom (Knochenkrebs), Mastzelltumoren, Hämangiosarkom (Milztumor), Lymphosarkom, Prostatatumoren.

Das Immunsystem kann durch das Fehlen der Geschlechtshormone beeinträchtigt sein, was zu einer höheren Krankheitsanfälligkeit führt. Auch diverse orthopädische Probleme werden mit der Kastration in Verbindung gebracht, z.B. kommen Kreuzbandrisse und Hüftgelenksarthrosen bei kastrierten Tieren wohl anscheinend häufiger und heftiger vor. Endokrinologische Störungen, in diesem Fall die Schilddrüsenunterfunktion, scheinen ganz klar einen Zusammenhang mit der Kastration zu haben.

Abschließend läßt sich sagen, daß die Entscheidung für oder gegen eine Kastration unseres Hundes gut durchdacht sein will. Hält man Rüde und Hündin im gleichen Haushalt, wird sich die Kastration wohl nicht vermeiden lassen, es sei denn, man möchte sich mindestens zweimal im Jahr für ca. drei Wochen am Rande des Nervenzusammenbruchs bewegen und ab und zu Welpen weitervermitteln müssen.

Auch gibt es medizinische Gründe, die eine Kastration unumgänglich machen, wie z.B. eine Gebärmutterentzündung bei der Hündung oder Perianaltumoren beim Rüden. Erziehungsprobleme sollten kein Grund für eine Kastration sein, hier empfiehlt es sich, die professionelle Hilfe eines guten Hundetrainers / Hundeschule in Anspruch zu nehmen.

Aus all diesen Fakten geht hervor, daß die Kastration als reine Gesundheitsprophylaxe inzwischen mehr als kritisch zu bewerten ist.

2 Kommentare

  1. Mein Kater, 16,5, ist seit Mai an chronischer Niereninsuffizienz erkrankt und wir seit August homöopathisch mit SUC behandelt.
    Könnte ich ihm noch Gutes tun mit Moringa?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen.
    Mit frdl. Grüßen JB

  2. Liebe Frau Battermann, die im Moringa-Pulver enthaltenen Vitamine, Enzyme, Spurenelemente etc. werden auf jeden Fall das Immunsystem und den Stoffwechsel Ihres Katers unterstützen, außerdem ist eine möglichst naturbelassene Ernährung mit hochwertigem Eiweiß ganz wichtig.