Der Microchip – verschwundene Haustiere kommen heim

Immer wieder sehen wir in Parks oder Straßen kleinere Plakate mit dem Foto eines Hundes oder einer Katze und der verzweifelten Bitte des Besitzers, man möge ihn kontaktieren, wenn man das Tier sehen sollte. Jedesmal denke ich „was für ein Alptraum!“ Für mich gehört es zu den am schwersten zu ertragenden Szenarien meine Tiere betreffend, nicht zu wissen, wo sie sind. Wie geht es – in meinem Falle – meinem Hund, ist er verletzt, ist er irgendwo eingesperrt und kann nicht weg, hat er sich verlaufen und findet nicht nach Hause, haben nette Menschen ihn mitgenommen und es geht ihm gut, haben ihn Leute mitgenommen, die ihn schlecht behandeln, usw.usw., läßt man der Phantasie freien Lauf, malt man sich noch viele weitere Situationen aus, die einen in die totale Verzweiflung treiben.

Oft kommt es gerade bei ängstlichen Hunden aus dem Tierschutz zu einer Situation, in der sie sich erschrecken, panisch die Flucht ergreifen und nicht mehr wiedergefunden werden. Sie sind u.U. erst seit kurzem in ihrer neuen Familie und finden sich in der Umgebung nicht zurecht. Kürzlich wurde die sehr beeindruckende Geschichte einer Familie auf facebook gepostet, deren Hund an einer Autobahnraststätte entlaufen ist. Das Paar blieb zwei Wochen lang auf dieser Raststätte – nette Mitmenschen hatten ihnen einen Wohnwagen zur Verfügung gestellt – bis ihr Hund in der Nähe gefunden und zu ihnen zurückgebracht wurde.
Oft hört man von Freigänger-Katzen, die einfach nicht mehr nach Hause kommen. Bestenfalls haben sie ein neues Zuhause gefunden und es geht ihnen gut, sie könnten jedoch auch in einem Keller oder Gartenhaus eingesperrt sein und dort elend verhungern und verdursten.

Es gibt eine Möglichkeit, die Chance drastisch zu erhöhen, sein verloren gegangenes Tier wieder zu bekommen: den Microchip, auch Transponder genannt. Es handelt sich hierbei um ein ca. 12mm langes elektronisches Kleinteil, das vom Tierarzt in die linke Halsseite des Tieres unter die Haut implantiert wird. Der Chip hat einen 15-stelligen Zifferncode, mit dem das Tier eindeutig identifiziert werden kann. Jeder Tierarzt und Tierheim haben ein Chip-Lesegerät, um die Ziffern sichtbar zu machen.
Zieht ein neuer Hund oder Katze bei uns ein, so sollte man es baldmöglichst vom Tierarzt chippen lassen und es dann mit der Chipnummer und den eigenen Angaben zu Namen und Adresse bei einer Haustierdatenbank anmelden. In Deutschland sind das Tasso e.V. und das Deutsche Haustierregister. Ohne diese Registrierug macht ein Chip keinen Sinn, denn er kann nicht zugeordnet werden. In Deutschland ist dieser Chip bislang leider keine Pflicht, im Ausland seit 2011 hingegen schon.

Tier verschwunden – was tun?
Man sollte sich sofort bei Tasso oder dem Deutschen Haustierregister melden und bekommt dann kleine Suchplakate mit Foto des Tieres und Angaben des Besitzers kostenfrei zugesandt, die man überall in der Umgebung und bei Tierärzten aufhängen kann. Wichtig ist es, die Tierheime der Umgebung sowie die Polzeit zu informieren und bei der Feuerwehr nachzufragen, ob das Tier evtl. überfahren wurde. Sicher macht es auch Sinn, die Suchmeldung bei facebook und anderen Internet-Plattformen zu posten. Gerade Katzen laufen gerne einmal in fremde Häuser oder Gartenhäuschen und werden versehentlich eingeschlossen, also sucht man am besten großräumig die Nachbarschaft und evtl. vorhandene Schrebergärten ab und bittet so viele Leute wie möglich, Ausschau nach dem Tier zu halten.

Tier gefunden – was tun?
Natürlich sollte es zunächst mit Wasser und Futter versorgt werden, dann kann man schauen, ob es eine Kennzeichnung in Form von Telefonnummer und/oder Adresse am Halsband oder Geschirr trägt. Das macht es dann recht leicht, den Besitzer zu kontaktieren. Ist das nicht der Fall, muß der Microchip beim Tierarzt oder im Tierheim ausgelesen werden, um über eines der Haustierregister den Besitzer ausfindig zu machen. Ist kein Chip vorhanden, sollte man nach einer Tätowierung im Ohr schauen, evtl. kann das helfen. Ist keiner der genannten Hinweise zu finden, bleibt nichts anderes übrig, als Polizei (das ist wichtig, ansonsten könnte einem unterstellt werden, das Tier gestohlen zu haben) und sämtliche Tierheime und Tierärzte der Umgebung von dem Fund in Kenntnis zu setzen. Dann bleibt zu hoffen, daß der Besitzer sich bei diesen Stellen nach dem Verbleib seines Tieres erkundigt und sich bald meldet.

Fazit: Der Microchip ist in eindeutiger Beweis – auch juristisch gesehen – für die Zugehörigkeit eines Tieres. Er erleichtert das Wiederauffinden eines verloren gegangenen Tieres und stellt die Besitzverhältnisse klar. Das Implantieren des Microchips sollte eine der ersten Handlungen sein, wenn ein neues Haustier zu uns kommt!

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